Trennungsbegleitung
Viele Menschen stehen irgendwann vor der Entscheidung: „Will ich eine bestimmte Beziehung fortführen oder will ich sie beenden?“ Das kann eine langjährige Partnerschaft, eine Freundschaft oder auch die Beziehung zu Kindern oder Eltern sein. Die Trennungsbegleitung ist ergebnisoffen. Es geht darum, herauszufinden, was der oder die Hilfesuchende im tiefsten Inneren möchte und braucht. Bevor eine Entscheidung getroffen werden kann, müssen oft innere Konflikte, schwerwiegende Schuldgefühle oder alte Glaubenssätze aufgedeckt und besprochen werden. Erst wenn alle Hindernisse aus dem Weg geräumt sind, ist der oder die Hilfesuchende in der Lage, sich aus freien Stücken für oder gegen eine problematische Beziehung zu entscheiden. Nur, wer eine derart schwerwiegende Entscheidung, wie eine Trennung, aus freien Stücken trifft, der oder die ist hinterher in der Lage, zu der Entscheidung zu stehen, wenn Kritik aus dem persönlichen oder gesellschaftlichen Umfeld kommt.
Sich aus freien Stücken für oder gegen eine Trennung entscheiden können, darum geht es in der Trennungsbegleitung
Wann ist eine Trennungsbegleitung sinnvoll?
- Wenn ein innerer Konflikt die Entscheidung erschwert
- Wenn große Unsicherheit über die eigenen Wünsche besteht
- Wenn es sich um ein Abhängigkeitsverhältnis handelt
- Wenn Schuldgefühle vorhanden sind
- Wenn der Mut zur Trennung fehlt, der Wille aber vorhanden ist
- In verfahrenen Situationen
- Immer dann, wenn jemand Unterstützung bei der Suche nach dem eigenen Weg braucht
Welche Therapieformen kommen zum Einsatz?
- Gesprächstherapie
- Biografisch-systemische Verhaltenstherapie
Ablauf einer Trennungsbegleitung
In Sitzungen à 60 Minuten erarbeitet der Patient/die Patientin, welche Entscheidung für ihn/sie die richtige ist. Der Therapeut beeinflusst diese Entscheidung nicht, er/sie hat die Funktion einer „Hebamme“, sprich eines Geburtshelfers für den persönlichen Weg des Patienten. Die Begleitung wird so lange fortgeführt, bis der Patient/die Patientin seinen/ihren Weg gefunden hat und sich mit der selbst getroffenen Entscheidung wohl und sicher fühlt. Später können noch vereinzelt Sitzungen in größeren Abständen vereinbart werden, wenn der Patient/die Patientin sich erneut unsicher fühlt oder, wenn weitere Hindernisse auftreten, die besprochen und aus dem Weg geräumt werden müssen. Zu einer erfolgreichen Trennungsbegleitung gehört die Entscheidungsfindung und die Unterstützung der späteren Umsetzung der Entscheidung.
Am Ende einer erfolgreichen Trennungsbegleitung steht die freie Entscheidungsfindung für oder gegen die Beziehung und die Umsetzung der Entscheidung
Ablauf einer Paartherapie
Konsolidierung
Zunächst muss überprüft werden, ob die Voraussetzung für den Fortbestand der Beziehung gegeben ist. In Form einer Konsolidierung tragen beide Seiten ihre Wünsche und Bedürfnisse an die Partnerschaft vor. Haben beide das gleiche Ziel? Wollen beide an der Beziehung festhalten oder hat einer bereits mit der Partnerschaft abgeschlossen? Nur wenn beide Partner bereit sind, sich für die Beziehung einzusetzen, ihre Ziele und Wünsche nicht zu weit voneinander abweichen, kann die Paarbegleitung in die nächste Runde gehen.
Koalitionsverhandlungen
Nur, wenn beide Partner bereit sind, sich für die Beziehung einzusetzen, ihre Ziele und Wünsche nicht zu weit voneinander abweichen, kann die Paarbegleitung in die nächste Runde gehen. Im Rahmen der nun folgenden Koalitionsverhandlungen bekommt jeder gleich viel Zeit und Raum, um seine Bedürfnisse vorzutragen. Der Therapeut oder die Therapeutin überwacht, dass sich die Partner gegenseitig zuhören und verstanden haben, was der andere gesagt hat.
Vertrag
Den Schluss bildet eine Art Vertrag mit den wesentlichen Zielen und Inhalten. Es wird formuliert, was beiden wichtig ist, worauf sie großen Wert legen, was sie sich vom anderen wünschen und in welchen Fragen sie zu Kompromissen bereit sind. Es versteht sich von selbst, dass beide sich an die Vereinbarungen halten. Dabei kann es sinnvoll sein, sich in größeren Abständen noch einmal zu Dritt zu treffen, um zu überprüfen, ob die Inhalte des Koalitionsvertrages dem Alltag standhalten oder ob sie der Realität angepasst werden müssen.
Friedliche Kommunikation
Das Allerwichtigste ist die Bereitschaft zu friedlicher Kommunikation: sich gegenseitig zuhören, die Wünsche des anderen wahrnehmen und respektieren und sich auf Augenhöhe begegnen.